Traum in der Milch

Ich denke gerade an dich,
an die Farbe deiner Haut
und ich schwöre, sie ist pures Licht,
aus Sternen gemacht, aus Sternenstaub.

Ich denke an deinen Rücken,
die Falten in deinem Hemd
und ich frage mich, wo ist die Stelle,
die ich so gern geküsst, wärst du hier
im Nachmittagslicht.

Warum bist du es nicht?
Doch ich träume weiter
und schütte Milch in ein Glas
und betrachte den Schaum darauf,
der über den Rand hinweg wandert,
wenn du trinkst
und deinen Blick versenkst
in dem cremigen Weiß.

Und irgendwie
bist du ziemlich heiß,
wenn dann der Schaum ganz zart
an deiner Lippe hängt
und du lächelst auf diese Art,
die du auch an dir hast,
wenn du mich ansiehst
und dabei scheinbar meine Gedanken liest.

Und dabei frag ich mich dezent,
ist es das, was man Liebe nennt?
Du bist diese Art von Mann,
der nichts übrig lässt in dem Glas,
als ob du längst vergaßt,
dass es nicht deines war.

Du trinkst es einfach leer
und dann kann ich nicht mehr.

Ich muss dich fühlen,
muss dich berühren,
mich an dich lehnen,
sodass ich spüre wie dein Herz schlägt,
an meiner Schulter,
und wie du atmest.

Und ich hab versucht zu lernen
wie ich fliege mit diesen Schultern,
hoffend da wüchsen Flügel,
wo nur harter Knochen ist.

Dann ich spielen und fliegen
wie ein Kind,
doch ich bin
hier.

Und ich frage mich, wie ist es möglich?

Es erscheint mir doch recht tödlich,
wie wir die Liebe mit uns herum tragen,
uns an sie fesseln,
kann man das ertragen?

Sie ist schwer und wir stürzen,
stürzen in die Tiefe, stürzen
ab.

Da ist ein weißer Teppich voller dunklem Schlamm,
doch es stört uns gar nichts daran,
wir waschen nur den Wein aus,
den wir verschüttet,
in unserer Euphorie.

Wäre es doch Milch gewesen.

Dann wäre der Teppich nicht gar so verschmutzt,
beschmutzt wie ich.
Ich fürchte, ich bin es.

Wär ich es doch nicht.

Es ist schlechtes Karma, wie Schlamm, wie Blut,
das hier ist böse, doch ich fühle mich gut,
als wären Wolken unter meinen Füßen,
doch ich werde dafür büßen,
dich zu lieben.

Denn du bist gefährlich,
ein blendendes Licht.

Du trinkst das Glas leer, lässt nichts zurück,
nur Stück
Ich.

Oder ist es ein Stück Du?

Sie verschmelzen im Nu, als ich mich hingebe
und da liege zu deinen Füßen
oder deinen Rücken küsse
oder das Blut schmecke,
welches fließt vom Zahnfleisch
eines Mädchens, dass zu viel geredet hat.

Das sagst du, du sagst „Sei still“
und gibst mir, was ich will,
machst aus Du und Ich ein Wir.

Wir sind beide hier
und du bringst mich zum Schweigen
in dem traumhaften Reigen
deiner Lippen.

Nein, ich vergaß,
meine Milch ist immer noch
in meinem Glas.

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